1.2 Lernziele

Lernziele

Nach dem erfolgreichen Abschluss des Bau-Analyse-Moduls werden Sie in der Lage sein, anhand einer ersten, vereinfachten Bestandsanalyse eines Bauwerks oder Standorts und seiner Umgebungssituation, eine übersichtliche Ist-Zustandsbeschreibung für eine anstehende Planungsaufgabe zu erstellen. Das dazu notwendige, auch interdisziplinäre Wissen werden Sie im Laufe des Moduls durch Übungen jeweils in Ihrem, d.h. in einem der drei Teilmodule erwerben. Durch das Verknüpfen der drei fachgebietsrelevanten Wissensgebiete werde Sie so auch auf das spätere gemeinsame berufliche Tätigkeitsfeld von Stadtplanern, Architekten und Bauingenieuren vorbereitet:

  • durch das Kennenlernen der Denk- und Arbeitsweisen der Nachbardisziplinen.
  • durch die Erfahrung, dass technische Planungs- und Baulösungen formulierte soziale, gesellschaftliche Wünsche und Erfordernisse sind.
  • durch spezifische disziplinübergreifende Lösungen, die erst durch gemeinsames Arbeiten entstehen können.

Der Einblick in die Texte der jeweils anderen Teilmodule (siehe eBook) erweitert die Untersuchungsperspektiven und somit das Wissen auf der Suche nach umfassenden ökologischen und planerischen Lösungen in der natürlichen und baulichen Umwelt.

Darüber hinaus werden Sie vorbereitet, Abschätzungs- und Bewertungsfragen für die erfassten stadtplanerischen Bindungen, städtebaulichen, ökologischen und baulich-technischen Gegebenheiten aus verschiedenen Zeitperspektiven zu erörtern:

  • aus der Vergangenheit betrachtet (Entstehungsbedingungen)
  • von der aktuellen Planungs- und Bauaufgabe und ihren Bedingungen her gesehen (Bestandsbewertung und Potenziale)
  • in die Zukunft prognostiziert (Entwicklungsmöglichkeiten und Anpassungsfähigkeiten)

Denn eine Bau-Analyse arbeitet auch die zeitgebundenen, ggf. historischen Gründe, Ziele und Motive heraus, die bei der Entstehung und weiteren Nutzung gültig waren, um das untersuchte Objekt besser zu verstehen. Eine Bau-Analyse ist ‒ wie jede Beschreibung der (sogenannten) Wirklichkeit (siehe Exkurs 2: Stadt-Modell & Stadt-Wirklichkeit) ‒ ein bewusster Umgang des Analysierenden bei der Auswahl derjenigen Einflussgrößen, die für die Lösung einer Aufgabenstellung herangezogen, benötigt und für wichtig erachtet werden. Zugleich kann man als Analysierender damit überprüfen, wieviel Aufwand – zeitlich wie finanziell – für die jeweilige Aufgabenstellung und Bearbeitungstiefe erforderlich und / oder wünschenswert ist.