5.1 Exkurs 1: Beobachtung des Beobachters (Allg.Einf.-1)

[gesichtete Version][gesichtete Version]
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Keine Bearbeitungszusammenfassung
Zeile 14: Zeile 14:
<loop_area type="annotation">Text in eckigen Klammern und Fettdruck vom Autor.</loop_area>
<loop_area type="annotation">Text in eckigen Klammern und Fettdruck vom Autor.</loop_area>


[[1.2. Grundsätzliche Verfahrensfragen bei einer Bau-Analyse und Ergebnis-Bewertung|zurück zu 1.2]]
[[Grundsätzliche Verfahrensfragen bei einer Bau-Analyse und Ergebnis-Bewertung|zurück zu 1.1.2]]

Version vom 4. November 2020, 13:30 Uhr

Gumbrecht, Hans Ulrich: Harmonie und „Abbruch“ unter dem Licht von Caspar David Friedrich; in: Gumbrecht, Hans Ulrich: Stimmungen lesen. Über eine verdeckte Wirklichkeit der Literatur; München 2011, S.88ff

Über die Beobachtung des Beobachters: Zitate ab S.90ff: „(…) Ein ‚Beobachter zweiter Ordnung‘ [Formulierung nach Niklas Luhmann] ist ein Weltbeobachter, der das tut, was die Beobachter-Figuren in Friedrichs Bildern den Bildbeobachtern ermöglichen, nämlich sich selbst im Akt des Beobachtens zu beobachten. Dies genau, sich selbst im Akt der Weltbeobachtung zu beobachten, scheint für Intellektuelle und Künstler im Westen nach 1800 schnell unvermeidlich geworden sein. (…) …. Man [konnte] nicht mehr einfach davon ausgehen (…), dass die andere Person, mit der man sprach oder handelte, die Welt in derselben Weise sah wie man selbst. (…)

Friedrich war offenbar (…) näher jene[m] Problem, das sich stellte, wo immer dem selbstreflexiven Beobachter bewusst wurde, dass seine Sicht und seine Interpretation der Dinge und der Welt abhing von seiner jeweiligen Perspektive, was angesichts einer potentiellen Unendlichkeit von Perspektiven bedeutete, dass es für jeden Gegenstand eine potentielle Unendlichkeit von Interpretationen und Erfahrungsformen geben musste. (…) Selbstverständlich war es jedenfalls nicht mehr für Caspar David Friedrich, (…) dass ein Maler wie er das richtige Verhältnis zu den Gegenständen der Welt fand. (…), um auf die Fähigkeit zu verweisen, sich [selbst] in einem Verhältnis der Resonanz zu den Dingen der Welt zu finden, in einem (…) nicht mehr selbstverständlichen Verhältnis.“

Hierzu siehe das Gemälde von C.D. Friedrich: Frau am Fenster 1818-22

Caspar David Friedrich.jpg

Außerdem die drei Gemälde von C.D. Friedrich: Der Mönch am Meer (1808-10) / Der Wanderer über dem Nebelmeer (1818) / Kreidefelsen auf Rügen (1818) (siehe auch weitere Gemälde von C.D. Friedrich)

Anmerkung

Text in eckigen Klammern und Fettdruck vom Autor.

zurück zu 1.1.2